Geschichte

Die Geschichte der Wennigser Wasserräder

Die ersten Wasserspielzeuge wurden von Kindern erbaut. Der zum Dammbau benötigte Ton wurde von ihnen vom „Rattenbach“ (Bach am Bröhnweg Höhe Wehr) über eine Wegstrecke von etwa 2 – 3 km bis in den Wald transportiert.

Was als Kinderspiel begann, wurde 1957 von Erich Fries, Otto Schindler, Willi Schütte, Hermann Hagedorn und August Meyer aufgenommen und in Eigenverantwortung weitergeführt. Die ersten Modelle entstanden. Angesprochen von den zierlichen Modellen, bot der Verkehrs- und Verschönerungsverein seine Dienste bei der Organisation der Modellarbeiten an. Die Gruppe, zu der sich Hugo Tatar und Wilhelm Lauenstein gesellten, schloss sich dem Verein an. Die hergestellten Modelle wurden von einer internen Jury bewertet und prämiert, an den Wochenenden begaben sich einige Bastler in den Wald an die Quelle, um mit einer Spendendose für den Erhalt der Wasserräder Geld zu sammeln. Farben und sonstiges Material wurde dann von diesem Geld bezahlt oder von den betreuenden Bastlern gespendet. Die damals aufgebauten Modelle waren mit den heutigen nicht zu vergleichen. Es handelte sich um viele kleine Modelle, mit deren wachsende Anzahl schnell der Überblick verloren ging. Dies mag einer der Gründe sein, weshalb die Prämierung der Modelle schon nach kurzer Zeit abgeschafft wurde. In den Jahren 1965 und 1966 konnten die Wasserräder aufgrund von Defekten an den Modellen und zu wenigen Bastlern nicht aufgestellt werden.

Im Herbst 1966 zeigte sich, dass die Idee vom drehenden Wasserrad noch nicht vergessen war. Heinrich Schröder und H. Ahrend riefen einen Volkshochschulkurs ins Leben, der die Erhaltung der Wasserräder zur Aufgabe hatte. Erneut trafen sich die Bastler, verstärkt durch Horst Rother, Helmut Wilken und Heinz Wehrmann, um unter Leitung von Heinrich Schröder neue Modelle zu erschaffen. Nach Anfertigung einer fest installierten Sammeldose entfiel die persönliche Sammlung im Wald. In dem Teich an der Quelle fuhren Schiffe, die von Wilhelm Lauenstein gebaut wurden. In direkter Nachbarschaft dazu stand ein Feuerwehrmodell von Hermann Hagedorn. Neben der Gondelbahn baute Wilhelm Lauenstein auch den Radarturm, den Sessellift und das Schneewittchen-Modell.

Kurz nach seiner Amtsübernahme gesellte sich Förster Kurt Müller zu der Gruppe der Bastler. Obgleich er kein Modell betreute, zeigte er sich als großer Förderer, denn er erleichterte die Zusammenarbeit der Gruppe mit der Forst. Die Wege und Geländer um die Quelle wurden ausgebaut, den Bastlern war es erstmals möglich, mit Kraftfahrzeugen die Modelle an die Quelle zu transportieren. 1976 verließ Heinrich Schröder die Gemeinde Wennigsen. Der Volkshochschulkurs löste sich auf, es entstand die heutige Form der Bastlergemeinschaft.

Den Vereinsvorsitz übernahm ab 1977 Günter Berndt, welcher sogleich Verhandlungen mit der Gemeinde führte. Die Wasserräder, inzwischen zu einem der Anziehungspunkte des Deisters geworden, sollten auch ohne Volkshochschule Unterstützung durch die Gemeinde Wennigsen finden. Da die Räumlichkeiten der VHS nicht mehr zur Verfügung standen, bot die Gemeinde die Bereitstellung eines Werkstattbereichs an, was von den Bastlern dankbar angenommen wurde. Die Bastler bezogen erst einen Raum im alten Gebäude der Grundschule und danach bis 1980 einen Kellerraum der heutigen KGS.

Anfang 1981 erfolgte der Umzug in das jetzige Domizil, den ehemaligen Konsumhof, bisweilen auch Bauhof der Gemeinde, an der Hirtenstraße Ecke Mittelstraße.

Seit 1997, dem Jahr des 40-jährigen Bestehens der Wasserräder, ist die Bastlergemeinschaft ein eingetragener Verein mit anerkannter Gemeinnützigkeit.

Günter Berndt gab den Vorsitz im Jahr 1998 an Frank Wenzel ab. Frank Wenzel war bereits vorher einige Jahre im Vereinsvorstand als stellvertretender Vorsitzender tätig. Durch wiederum intensive Zusammenarbeit der Bastlergemeinschaft mit der Gemeinde Wennigsen und dem Ressort „Naherholung“ der Region Hannover gelang es, den Rundweg und die Geländer um die Wasserräder zu erneuern. Erstmals wurden Internetauftritte über die Wasserräder realisiert. Wenzels Kontakte zur Feuerwehr halfen bei den umfangreichen Vorbereitungsarbeiten vor der Wasserrädereröffnung im Deister.

In dieser Phase des Umbruchs entstand das neue Modell „Sesamstraße“, dem eine 3-jährige Entwicklungszeit zugrunde liegt.

Unter dem Vorstand von Frank Wenzel und Günter Berndt wurden Sanierungsarbeiten unter Zuhilfenahme von Fördermitteln der Region durchgeführt. So wurde der Rundweg um die Anlage und das Geländer erneuert, sowie im Jahr 2007 das Schaukelpferd restauriert. Der Euro-Einführung trotzte der Verein durch Gründung eines Sponsorenrings. Tischlerei Andreas Bieber aus Evestorf fertigte eine massive Sponsorentafel. Durch die einfließenden Gelder konnte die hohe Materialqualität gesichert werden.

Der schweren Aufgabe im Wald begegnete der Verein am 13.06.2008 durch Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags mit dem Hannoverschen „Werk-Statt-Schule“ Verein. Die Wasserräder sind für die Jugendlichen des Hannoverschen Vereins eine dankbare Abwechslung auf dem Weg in die Berufsanfänge. Für die Bastler und die Forst sind die helfenden Hände des Vereins eine Erleichterung, die sich positiv auf das Bild der Wasserräder und des Deisters auswirkt.

 

Im Jahr 2010 gab Frank Wenzel den Vereinsvorsitz an Alexander Grage (geb. Maul) ab. Günter Berndt gab die Tätigkeit des Kassierers ab. Alexander Grage war 2009 in die Position des 2. Vorsitzenden gewählt worden. Neuer 2. Vorsitzender wurde Frank Wenzel, Renate Eschholz wurde zur Kassiererin gewählt.

2012 wurde Rolf Kötter neuer Kassierer des Vereins. In dem Jahr begannen die Bastler auch mit umfassenden Sanierungs- und Umgestaltungsarbeiten in ihren Werkstatt- und Lagerräumen. Zum Beginn der Saison 2015 gab es dann wieder umfangreichere Modelländerungen. Das bisherige Großmodell, das etwa auf halber Höhe der Anlage stand, wurde durch einen Neubau ersetzt. Diesen Neubau zieren zahlreiche detailgetreue Nachbildungen Wennigser Motive, dazu zählen das Heimatmuseum, das Zollhaus, die Doppelhelix und das Zeitmonument. Zudem wurde das Modell der Seilbahn komplett überarbeitet und erhielt einen neuen Standort.

Im Januar 2016 gaben Alexander Grage und Frank Wenzel ihre Vorstandsämter ab. Zum neuen Vorsitzenden wurde Arthur Fechner gewählt, zu seinem Stellvertreter Thomas Bellok. In dieser Saison wurde der Annaturm komplett neu gestaltet auf der Anlage präsentiert. Dieses Projekt konnte in so kurzer Zeit nur in einer Gemeinschaftsarbeit erfolgen. Vielen Dank an Karin und Jürgen Dießner, sowie Berhard Labs.

2017 wurde das 60-jährige Bestehen der Wennigser Wasserräder gefeiert. Die Eröffnungsfeier fand am 13. Mai bei schönem Frühlingswetter statt, dabei wurde das neue Schaumodell „Der kleine Drache Kokosnuss im Weltraum“ präsentiert. Zu den Höhepunkten im Jubiläumsjahr zählte Ende August das Lichterfest, bei dem auch eine neue Vereinschronik präsentiert wurde.

Die Bastlergemeinschaft